Motivationslosigkeit im Online-Semester

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Viele Studierende haben momentan aus unterschiedlichen Gründen mit Motivationslosigkeit zu kämpfen. Aber wie könnt ihr in dieser Zeit dennoch eure Produktivität steigern?

Die Klausurenphase steht vor der Tür, und gerade jetzt beginnt der Sommer. Besonders in diesem Jahr bringen uns die warmen Monate Möglichkeiten und Freiheiten zurück, die während der Hochphase der Pandemie undenkbar waren. Dennoch macht sich Motivationslosigkeit bei den Studierenden breit, der gedankliche Fokus verschiebt sich auf Treffen mit Freunden und andere schöne Freizeitgestaltungen.
Neben der Corona-Pandemie kann dieses Problem auch auf vorherigen schlechten Klausurergebnissen oder auf dem Verlust persönlicher Ziele beruhen.
Aber wie kann ich mich besonders in dieser Zeit dazu überwinden, alles für die Klausuren und Hausarbeiten zu geben?
Wir wollen dir Möglichkeiten aufzeigen, wie du mit den Herausforderungen der heutigen Zeit zurecht kommen kannst.

Vielen Studierenden fehlt der regelmäßige Gang zur Uni. Vorlesungen, die nicht live veranstaltet, sondern nur hochgeladen werden, werden aufgeschoben oder gar vergessen. Es fehlt ein geregelter Tagesablauf. Da kannst du Abhilfe schaffen: Stell dir vor, du hättest normale Unizeiten. Versuche, in den „Vorlesungszeiten“ etwas für die Fächer zu machen, die nun leider online stattfinden. Dadurch organisierst du dir einen Lernalltag und bist auch „gezwungen“, etwas für die Fächer zu tun, die dir keinen Spaß machen.

Außerdem fehlt der Austausch mit Komiliton:innen. Wer gerne in der Bibliothek lernt und sich durch die Arbeitsatmosphäre dort motiviert fühlt, hat momentan schlechte Karten. Vielleicht hilft es dir, wenn du dich mit Komiliton:innen zu einer Online-Lerngruppe verabredest. Macht euch feste Termine und besprecht den Vorlesungsstoff, den ihr nicht richtig verstanden habt oder vertieft gemeinsam die bereits gelernten Inhalte. Tauscht euch aus.

Lässt du dich alleine zuhause leichter ablenken, dann schalte dich in Online-Meetings mit Freunden ein, bei denen jeder die Kamera an hat, aber das Mikrofon ausgeschaltet ist. So könnt ihr euch gegenseitig sehen, und es fühlt sich ein bisschen so an, als säße man sich gegenüber. Merkst du, dass deine Kolleg:innen abgelenkt werden, dann weise die Person darauf hin oder hilf ihr, nochmal konzentrierter weiter zu arbeiten. Hast du eine wichtige themenbezogene Frage, dann kannst du sie stellen, und dir kann direkt weitergeholfen werden.

Du kannst dir auch einen Lernplan schreiben, aber stelle keine zu hohen Anforderungen an dich selbst. Setze dir realistische Tagesziele und fang mit weniger an. Sei stolz auf dich, wenn du doch mehr geschafft hast als ursprünglich geplant war.

Pausen sind in Ordnung und wichtig. Manchmal hilft schon eine viertel Stunde, um den Kopf frei zu bekommen und um die Gedanken neu zu sortieren. Nutze die Pausen aber sinnvoll. Weniger hilfreich ist es, eine viertel Stunde lang die neusten Posts auf Instagram abzuchecken oder auf YouTube Videos anzuschauen. Geh kurz raus, unterhalte dich mit deinen Mitbewohner:innen oder mach ein paar Entspannungsübungen für die Rücken- und Nackenmuskulatur.
Ein Tag im Schwimmbad oder am See ganz ohne Unikram kann ebenfalls helfen, eine andere Sicht auf Probleme oder schwierigen Lernstoff zu bekommen.

Wahrscheinlich verbringst du wegen des Online-Semesters noch viel mehr Zeit an deinem Schreibtisch als sowieso schon während deines Studiums. Viele Studierende haben ihren Arbeitsplatz in dem Zimmer, in dem sie schlafen oder sich sonst für gewöhnlich aufhalten. Wohnraum, Arbeitszimmer und Freizeitbereich verschwimmen ineinander.
Dies schafft mehrere Probleme. Unter anderem fällt es deinem Kopf abends schwerer, sich von der getätigten Arbeit zu lösen, und die Gedanken schwirren weiter um deinen Unikram herum. Auch während des Lernens kann eine Sicht vom Schreibtisch auf dein Bett dich eher dazu verleiten, sinnlose Pausen zu machen oder doch schnell noch eine Folge deiner Lieblingsserie zu schauen, „eine ist ja keine“. Falls es dir möglich ist, dann verlagere deinen Arbeitsplatz an einen anderen Ort in deinem Wohnumfeld. Steh morgens auf und „geh zur Arbeit“. Mach dir klar, dass in diesem Moment einer neuer Tagesabschnitt beginnt.
Falls du einen gesamten Tapetenwechsel brauchst, hilft es möglicherweise auch, Karteikarten oder andere Lernunterlagen einfach mal mit in die Natur zu nehmen.

Zu guter Letzt musst du dir jeden Tag, besonders in Momenten der Motivationslosigkeit, bewusst machen, für was du lernst. Gibt es ein bestimmtes Ziel, welches du vor Augen hast? Strebst du einen bestimmten Beruf an, für den du gute Leistungen brauchst? Falls du noch gar nicht weißt, in welche Richtung dein späteres Berufsleben laufen wird, dann erinnere dich daran, dass einem in vielen Studiengängen mit guten Ergebnissen die meisten Türen offen stehen. Es ist wichtig, sich viele Optionen offen halten zu können.
Gerade in der momentanen Situation solltest du allerdings darauf achten, dich nicht zu überlasten. Du musst nicht immer alles perfekt machen. Es ist in Ordnung und auch wichtig, mal eine Niederlage einzustecken. Motivationslosigkeit gehört zum Leben dazu. Vielleicht können dir diese Tipps ein wenig helfen, sie zu überwinden.