Jurastudium – was dann?

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Mit Jura kann man nur Anwalt werden? Nein! Egal ob du schon Mitten im Studium bist, und feststellst, dass dein Traumjob vielleicht doch nicht so traumhaft ist, oder du noch mit dem Gedanken spielst Jura zu studieren – wir stellen dir ein paar juristische Berufe vor, die es neben dem Anwaltsberuf noch gibt.

Das Jurastudium ist eines, das viele schon mit einem Endziel beginnen. Sie träumen davon, als Richter über Recht und Unrecht zu entscheiden. Ziel kann auch sein, als Staatsanwalt gegen die „Bösen“ vorzugehen und Vergewaltiger und Co. zur Rechenschaft zu ziehen. Als Anwalt wiederum kann man den zu Unrecht Beschuldigten helfen, die durch ein vermeintlich ungerechtes System belastet werden. Doch im Laufe des Studiums (und des darauffolgenden Referendariats, in dem man all diese Stationen durchläuft) stellen viele fest, dass diese Träume doch nicht das Richtige für sie sind. Vielleicht merken sie auch, dass ihnen zum Beispiel das Strafrecht, das viele vor dem Studium mit Jura identifizieren und darauf ihren Karrierewunsch aufbauen, schlechthin nicht liegt. Aber was kann man sonst mit einem Jurastudium anfangen?
Zunächst gibt es natürlich neben dem Strafrecht noch andere interessante Rechtsgebiete, in denen man auch als Rechtsanwalt oder Richter Karriere machen kann. Dazu gehören etwa das Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht oder das noch unbekanntere und das öffentliche und Zivilrecht verbindende Vergaberecht. Doch das Jurastudium eröffnet neben den oben genannten die verschiedensten Karrierewege. Wie meine Mutter immer so schön sagt: Mit Jura kann man fast alles machen.
Prominente Beispiele für Volljuristen (Abschluss des ersten und zweiten Staatsexamens), die nicht mehr in der Juristerei tätig sind, sind z.B. Heiko Maas, unser (noch) Außenminister und Claus Kleber, Moderator des ZDF-„heute-journals“.
Der Weg in die Politik, dem Heiko Maas folgte, ist einer, den viele Juristen wählen. So lange haben die Jurastudenten die deutschen Gesetzte studiert, jetzt wollen sie auch das Recht mitgestalten. Dabei haben nicht alle ein politisches Mandat. Scheut man etwa die Öffentlichkeit, kann man auch als Referent oder Mitarbeiter eines Ministeriums bei der Arbeit der Legislative helfen.
Auch die Medienwelt ist für viele Absolventen der Rechtswissenschaften interessant. Hier ist beispielsweise eine Karriere als Juristischer Lektor oder als Journalist denkbar. Genauso kann man jedoch auch in der Rechtsabteilung einer Zeitung arbeiten und so den Bezug zu den Medien herstellen.
Eine Karriere im öffentlichen Dienst wird oft schnell abgetan, obwohl hier viele unterschiedliche Möglichkeiten bestehen. Dabei steigt man mit dem ersten Staatsexamen in den gehobenen oder höheren Dienst ein. Entweder man entscheidet sich für einen Job im Rechtsamt oder arbeitet als Sachbearbeiter und hat damit Aussichten auf eine feste Stelle und eine Tätigkeit in vielfältigen Bereichen.
Möchte man nach dem Studium in die weite Welt hinaus, wäre eine Möglichkeit etwa der  Diplomatische Dienst. Hier steht man deutschen Staatsbürgern als Anlaufstelle im Ausland zur Verfügung, sollten sie Schwierigkeiten oder rechtliche Fragen haben. Dazu sollte man sich allerdings gut in ausländisches Recht einlesen können. Eine andere Möglichkeit wäre, als Jurist in die Entwicklungshilfe zu gehen und für internationale Hilfsorganisationen zu arbeiten.
Im Übrigen ist ein Jurastudium auch eine gute Grundlage für Gründer. Juristisches Know-How ist immer vonnöten, zudem lernt man sich im Studium mit unbekannten Themen schnell bekannt zu machen.
Deshalb nicht die Hoffnung verlieren, wenn du im Laufe des Studiums feststellst, dass deine Traumkarriere keine Option mehr ist. Ein Abschluss in Jura öffnet dir viele Türen. Nicht jede davon ist die richtige, aber du wirst die passende finden.