Ecosia & Co. ‒ Grüne Suchmaschinen

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Eine Adresse hier, ein Rezept da... Egal welche Alltagsfrage, Google weiß die Antwort. Die Suchmaschine ist so geläufig, dass es das Verb "googeln" sogar in den Duden geschafft hat. Doch jede Suchanfrage kostet Energie in Form von Strom.

Wer auf seinen ökologischen Fußabdruck achten möchte, muss deshalb aber nicht auf die Internetnutzung verzichten. Wir stellen euch heute zwei sogenannte grüne Suchmaschinen vor, die ihre Einnahmen aus Werbeanzeigen für gute Zwecke verwenden.

Suchmaschinen haben unser Leben in den vergangenen Jahren ungemein erleichtert. Innerhalb weniger Sekunden können wir durch sie auf historische Daten, Telefonnummern und Adressen, die neuesten Nachrichten, Rezepte oder süße Katzenvideos zugreifen. Google erhält etwa 3,8 Millionen Suchanfragen pro Minute.[1] Was den meisten hierbei jedoch nicht bewusst ist: Jede Suchanfrage bei Google und Co. kostet Energie. Um genau zu sein 0,3 Wattstunden. Bei 20 Suchanfragen wird also so viel Energie verbraucht wie bei der einstündigen Nutzung einer Energiesparlampe.[2] Dieser hohe Stromverbrauch lässt sich durch die enorm großen Rechenzentren der Suchmaschinenbetreiber erklären. Um schnelle Suchergebnisse liefern zu können, müssen diese mit ausreichend Strom versorgt werden. In den vergangenen Jahren ins Leben gerufene grüne Suchmaschinen sollen diesem Energieverbrauch entgegenwirken. Wir möchten euch zwei davon vorstellen.

Ecosia

Die größte grüne Suchmaschine Ecosia mit Sitz in Berlin wurde bereits 2009 von Christian Kroll gegründet. Ecosia nutzt für ihre Suche Microsoft Bing und optimiert diese mit eigenen Algorithmen.[3] Einnahmen erzielt das Unternehmen durch Werbeanzeigen. Wird auf eine Anzeige geklickt, wird Ecosia an einem Teil der Einnahme beteiligt. So nimmt Ecosia im Durschnitt etwa 0,5 Cent pro Suche ein.[4] Von den erzielten Einnahmen werden 80 % genutzt, um Bäume auf der ganzen Welt zu pflanzen. So wurden bis Juli 2022 bereits über 3,1 Millionen Euro eingenommen und über 4,7 Millionen Bäume gepflanzt.[5] Die anderen 20 % der Einnahmen werden für erneuerbare Energien, regenerative Landwirtschaft und Graswurzelbewegungen eingesetzt.[6] Der benötigte Strom für Ecosia wird aus erneuerbaren Energien gewonnen.[7] Zusätzlich möchte Ecosia auf Unternehmen aufmerksam machen, die entweder umweltfreundliche Geschäftspraktiken verfolgen oder nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anbieten. Solche Unternehmen werden bei den Suchergebnissen mit einem grünen Blatt angezeigt.[8]

Gexsi

Ähnlich wie Ecosia nutzt auch Gexsi (Global Exchange for Social Investment) Bing als Suchmaschine und erzielt seine Einnahmen durch das Anklicken von gesponserten Links. Pro Klick entstehen so etwa 0,16 €.[9] Die Gewinne kommen zu 100 % einer gemeinnützigen Sache zugute. Dabei werden alle zwei Wochen andere Projekte (z.B. Plastic Fischer – Flusszäune gegen Plastikmüll oder Zeugen der Flucht – Antirassistische Bildungsarbeit) unterstützt. Daneben stellt Gexsi die Projekte auf ihrer Webseite vor und erklärt, weshalb dieses Projekt ausgewählt wurde. So schafft Gexsi neben dem finanziellen Aspekt auch Sichtbarkeit für unterschiedliche Projekte. Bis September 2022 konnten so 29.500 € an insgesamt 40 Projekte ausgezahlt werden. Gexsi verbucht etwa 550.000 Suchanfragen pro Monat.[10]

Bei beiden Suchmaschinen, Ecosia und Gexsi, handelt es sich zwar nicht um „richtige eigene“ Suchmaschinen, da sie auf bereits bestehende Suchmaschinen zurückgreifen. Sie werden deshalb oft als Suchmaschinen mit grüner Maske bezeichnet. Dennoch stellen sie aufgrund ihres gemeinnützigen Einsatzes Alternativen dar, die in Erwägung gezogen werden sollten. Denn je mehr Menschen auf solche Alternativen zurückgreifen, desto attraktiver werden diese auch für Werbepartner. Hierdurch können höhere Einnahmen erzielt werden, die einem guten Zweck zugutekommen.

 

 

 

 

 

 

[1] https://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Daten-und-Karten-Zahlen-zeigen-wie-rasant-die-digitale-Revolution-in-Deutschland-laeuft-id56297811.html#:~:text=Rund%203%2C8%20Millionen%20Suchanfragen,es%20bei%20Tinder%20pro%20Minute., zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[2] https://www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/gutzuwissen/stromfresser-digitalisierung-100.html#:~:text=Eine%20Google%2DSuchanfrage%20verbraucht%200,eine%20Energiesparlampe%20in%20einer%20Stunde., zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[3] https://ecosia.zendesk.com/hc/de/articles/206153381-Woher-kommen-eure-Suchergebnisse-, zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[4] https://www.rundschau-online.de/ratgeber/digital/ecosia-wie-sie-dabei-helfen--baeume-zu-pflanzen--wenn-sie-etwas-im-internet-suchen--33116366?cb=1665472389017&, zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[5] https://de.blog.ecosia.org/ecosia-finanzberichte-baumplanzbelege/, zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[6] https://de.blog.ecosia.org/suchmaschine-die-baume-pflanzt/, zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[7] https://www.quora.com/Is-Ecosia-better-for-the-environment-than-Google/answer/Trudie-Carter-3?ch=10&share=4bf1eeb9&srid=5wMZw, zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[8] https://ecosia.zendesk.com/hc/de/articles/360013117973-Wie-f%C3%BChrt-Ecosia-dich-zu-umweltfreundlicheren-Suchergebnissen-, zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[9] https://gexsi.com/about/faq/, zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.

[10] https://gexsi.com/about/, zuletzt aufgerufen am 11.10.2022.