HEARD
Mitarbeitende
Motivation
Die Auswahl und Anpassung von Hörgeräten stellt sowohl für Betroffene als auch für Hörakustiker eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Unterschiedliche akustische Umgebungen, individuelle Hörbedürfnisse und technische Eigenschaften verschiedener Geräte müssen miteinander in Einklang gebracht werden.
Gleichzeitig unterscheiden sich die akustischen Alltagssituationen von Hörgeräteträgern erheblich. Geräuschkulissen im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz oder in sozialen Situationen stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen an Hörsysteme. Diese individuellen Hörumgebungen lassen sich mit bestehenden Verfahren jedoch nur eingeschränkt systematisch erfassen und basieren zudem auf subjektiven Wahrnehmungen der Träger.
Das Forschungsprojekt HEARD setzt genau an dieser Herausforderung an. Ziel des Vorhabens ist es, technologische Ansätze zu erforschen, mit denen reale Hörsituationen besser analysiert und sowohl die Auswahl geeigneter Hörgeräte als auch deren individuelle Anpassung gezielter unterstützt werden können. Gleichzeitig werden rechtliche und insbesondere datenschutzrechtliche Anforderungen von Beginn an in die Entwicklung entsprechender Lösungen integriert.
Ziele und Vorgehen
Im Rahmen des Projekts werden technische und konzeptionelle Ansätze entwickelt, die eine datenbasierte Unterstützung bei der Hörgeräteversorgung ermöglichen sollen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie individuelle Hörsituationen im Alltag systematisch erfasst und analysiert werden können, um zusätzliche Informationen für die Auswahl und Anpassung von Hörgeräten bereitzustellen.
Die im Projekt untersuchten Ansätze sollen es ermöglichen, typische akustische Umgebungen von Hörgeräteträgern zu identifizieren und auszuwerten. Auf dieser Grundlage können Hörakustiker sowohl bei der Auswahl eines geeigneten Hörgerätemodells als auch bei der anschließenden individuellen Einstellung und Feinjustierung des Geräts unterstützt werden.
Neben der technischen Entwicklung bildet die datenschutzgerechte Gestaltung der entsprechenden Systeme einen zentralen Bestandteil des Projekts. Da im Projektkontext potenziell sensible personenbezogene Daten verarbeitet werden können, werden die rechtlichen Anforderungen frühzeitig analysiert und kontinuierlich in die technische Entwicklung einbezogen. Dabei stehen insbesondere Fragen der datenschutzfreundlichen Systemgestaltung, der Datensicherheit sowie der rechtmäßigen Verarbeitung gesundheitsbezogener Daten im Mittelpunkt.
Das Projekt verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, bei dem technische Entwicklung und rechtliche Analyse eng miteinander verzahnt werden. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die sowohl technisch praktikabel als auch rechtlich belastbar sind.
Innovationen und Perspektiven
HEARD verfolgt das Ziel, neue Wege für eine stärker datenbasierte und individualisierte Hörgeräteversorgung zu erschließen. Durch die systematische Analyse realer Hörsituationen können zusätzliche Erkenntnisse über die akustischen Anforderungen im Alltag von Hörgeräteträgern gewonnen werden. Diese Informationen können sowohl bei der Auswahl geeigneter Hörgeräte als auch bei deren individueller Anpassung genutzt werden.